2013 waren die Exporte in die islamische Republik um fast 26 Prozent abgestürzt, 2012 und 2011 um jeweils mehr als 18 Prozent. Grund dafür waren die gegen den Iran verhängten Sanktionen im Atomstreit. Die Lockerung der Sanktionen zu Jahresbeginn hätten zwar nur relative kleine Schritte erlaubt, dennoch aber "einen großen Hebel in Bewegung gesetzt", zitiert die Tageszeitung Die Welt den Außenwirtschaftsexperten Jens Nagel vom Exportverband BGA.
Im Zuge einer im November 2013 zwischen der G5+1 und Iran getroffenen vorläufigen Vereinbarung drosselte Teheran seine Urananreicherung. Europäische Schiffe dürfen seither zumindest teilweise wieder iranisches Öl transportieren, erklärte Nagel. Auch Geldtransfers seien etwas erleichtert worden. Das könnten Vorstufen zu einer völligen Aufhebung der Sanktionen sein. Ende November verhandelt der Iran mit der sogenannten Sechsergruppe – Deutschland, den USA, Großbritannien, Frankreich, China und Russland – über ein umfangreiches Abkommen zur Lösung ihres seit Jahren anhaltenden Atomstreits. Kommt es zustande, dürfte der Handel weiter erleichtert werden.
"Deutschland ist traditionell der wichtigste Handelspartner des Iran in Europa. Von einer Entspannung könnte die deutsche Wirtschaft besonders profitieren", so Nagel. Gefragt seien vor allem Maschinen, aber auch Fahrzeuge und Chemikalien "Made in Germany". Umgekehrt liefert der Iran vor allem Energie, Rohstoffe und Agrarprodukte.
"Das Land besitzt eine konsumfreudige Mittelschicht, viele sehr gut ausgebildete Fachleute und jede Menge Bodenschätze", ergänzte der BGA-Experte. "Der Iran ist seit Jahrzehnten vom Welthandel isoliert. Er hat deshalb einen hohen Nachholbedarf an Investitionen, etwa in die Infrastruktur, in Industrieanlagen und die Ölindustrie."
Der Handel mit dem Iran bleibe aber auf absehbare Zeit von der politischen Entwicklung abhängig. Schwierig sei vor allem, die Zahlungen abzuwickeln, denn Banken drohen bei Verstößen gegen die Sanktionen nach wie vor harte US-Strafen.